
Wenn die Raumluft 50 Prozent relative Feuchte bei 22 Grad zeigt, ist das etwas völlig anderes als 50 Prozent bei 16 Grad. Der Taupunkt verschiebt sich, Kondensationsrisiken ändern sich, und Pflanzen transpirieren unterschiedlich stark. Für Elektronik gilt oft 40 bis 55 Prozent als komfortabel, für viele tropische Arten 50 bis 60 Prozent. Wer beide Ansprüche ausbalanciert, vermeidet nasse Leiterbahnen, trockene Blattspitzen und plötzliche Feuchteabstürze an kalten Fensterflächen.

Pflanzen atmen über Spaltöffnungen, geben Feuchte ab und brauchen stabile Luft, um Nährstofffluss und Temperatur zu regulieren. Technik hingegen leidet unter korrosiven Filmen, leitfähigen Rückständen und statischer Aufladung bei zu trockener Luft. Ein sorgfältig gewählter Feuchtebereich beruhigt beides: genug Feuchte für geschmeidige Blätter, aber nicht so viel, dass Leiterplatten beschlagen. Das Gleichgewicht entsteht durch gezielte Luftmischung, Temperaturkontrolle und Entfernung von Feuchtequellen vom Equipment.

Kondensation passiert oft unbemerkt in Ecken, hinter Racks und an Metallgestellen. Wenn warme, feuchte Luft kalte Flächen berührt, fällt Wasser aus, das Schimmel und Korrosion begünstigt. Ein Hygrometer allein sieht das nicht, doch der Taupunkt verrät die Gefahr. Wärmen Sie kritische Oberflächen durch sanfte Luftbewegung, isolieren Sie kalte Zonen und vermeiden Sie starke Feuchtespitzen am Abend. So bleiben Blätter trocken, Kontakte sauber und die Akustik unbeeinträchtigt.
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